Winter Instruments

Wie neue EASA-Vorgaben auf alte Komponentenfertigung angewendet werden

Kurzübersicht

Ausgangssituation

  • Beanstandungen vom LBA zum bestehenden POE
  • fehlendes Luftrecht-Know-how, knappe interne Ressourcen neben alltäglichem Geschäft
  • neues POE durch vorherigen Berater nicht praxistauglich

Leistung

  • Neues Handbuch (MOE) & Bestandsschutz für jahrzehntealte Zulassungen erwirkt
  • Workshop und Schulung Safety Management
  • Kommunikation mit LBA

Kunde

  • Winter Instruments | familiengeführtes Unternehmen in 3. Generation in Jungingen
  • ca. 15 Mitarbeitende
  • Fertigung & Instandhaltung von Höhen-, Fahrtmessern und Variometern für Segel- und Kleinflugzeuge

So entging Winter Instruments der drohenden Genehmigungsentziehung

Logo Winter Instruments

Beim familiengeführten Unternehmen Winter Instruments hatte sich die Situation schon zugespitzt. Beanstandungen am bestehenden Handbuch und Verzögerungen seitens des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) trafen auf fehlendes Hintergrundwissen im Betrieb und kaum Kapazität, ein neues Maintenance Organization Exposition (MOE) neben dem Alltagsgeschäft zu stemmen. „Es ist egal, ob man einen 10-Personen- oder einen 500-Personen-Betrieb hat“, berichtet Lisa-Maria Winter, Safety and Compliance Managerin (SCM) bei Winter Instruments, „die Anforderungen und Vorgaben sind identisch. Irgendwann wurden dann Deadlines seitens des LBAs angesetzt mit Androhungen von Aussetzungen bis hin zur Genehmigungsentziehung.“

Ein großes Problem dabei: Das familiengeführte Unternehmen fertigt in der dritten Generation Komponenten wie Höhen-, Fahrtmesser und Variometer für Segel- und Kleinflugzeuge. Die aktuelle Gesetzgebung geht allerdings nicht davon aus, dass jahrzehntealte Komponenten noch gebraucht werden und lufttüchtig sind. Auch erste externe Unterstützung war nicht zielführend. Ein Berater schrieb die Handbücher neu. Doch passten sie am Ende eher zur Arbeitsrealität von größeren Instandhaltungsunternehmen für Flugzeuge als zur einfachen Komponentenwartung für Segel- und Kleinflugzeuge.

Als Winter Instruments mich mit controwl dazu holte, setzten wir auf folgenden Lösungsansatz.
Erstens: Über das sogenannte Grandfathering (Bestandsschutz) wurde anerkannt, dass Winter Instruments die Gerätezulassungen hält, auch ohne anerkannter Entwicklungsbetrieb zu sein. Die Fertigungsunterlagen gelten nun ebenfalls als aktuelle Instandhaltungsunterlagen.
Zweitens: Nach vier Monaten war das MOE neu und schlank aufgesetzt. Nur mit den Kapiteln, die wirklich relevant sind. SCM und Mitarbeitende wurden geschult und das MOE von der Behörde genehmigt.

Kundeninterview: Lisa-Maria Winter von Winter Instruments über die Zusammenarbeit

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Warum hast du als SCM externe Unterstützung für die MOE-Erstellung gesucht?

Anfangs dachten wir, wir können unser altes Handbuch einfach kürzen und anpassen. Aber es wurde sehr schnell klar, so einfach wird das nicht und ohne Hilfe wird das ein reines Chaos ohne Struktur. Wir haben unsere eigen überarbeiteten Verfahrensanweisungen immer wieder zum erneuten Bearbeiten zurückbekommen. Der Arbeitsaufwand war enorm. Die Arbeiten komplex. Alles neben dem alltäglichen Geschäft meistern zu müssen, hat sowohl gestresst als auch genervt. Unmöglich, ohne Unterstützung und das gewisse Know-how hier eine Abgabe on time zu schaffen.

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Wie hast du unsere Zusammenarbeit bei der Umsetzung der EASA-Anforderungen erlebt?

Sehr angenehm. Immer freundlich, kundenorientiert, hilfsbereit, herzlich und auf Augenhöhe. Zu jedem Problem wurde eine Lösung angeboten. Es wurde einem die Last und der Druck von den Schultern genommen. Ab dem ersten Moment war ein großes Vertrauen auf beiden Seiten gegeben. Es wurde niemand verurteilt aufgrund von Nicht-Wissen oder verpassten Deadlines und dem dadurch entstandenen Druck. Wenn man ein neues Problem oder eine neue Deadline bekommen hatte und schon wieder leicht gestresst in den Tag gestartet ist, hat ein Anruf oder ein E-Mail gereicht. Innerhalb kürzester Zeit hat man eine Rückmeldung bekommen und – was noch wichtiger ist – eine Lösung.

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Wann hast du gemerkt, die externe Unterstützung fürs MOE funktioniert?

Das LBA war sehr positiv eingestellt, als wir davon berichtet haben, dass wir jetzt Unterstützung haben und von wem wir Unterstützung bekommen haben. Dadurch wurde die Kommunikation einfacher. Sie haben gesehen, dass die Bemühungen und die Leistung vielversprechend waren und schlussendlich auch zur Genehmigung neuer Handbücher geführt haben.

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Welche Unterstützung war für deinen Luftfahrtbetrieb besonders hilfreich?

Der Workshop und die Schulung für das Safety Management waren sehr gut verständlich und es hat, trotz des trockenen Themas, Spaß gemacht.

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Inwiefern fühlst du dich heute sicherer oder besser vorbereitet, wenn es um Compliance- und Safety-Themen geht?

Ich fühle mich sehr gut informiert. Ich habe auch meine Mitarbeiter diesbezüglich schulen und informieren können. Du hast es durch die Bodenständigkeit und die Ruhe, die du ausstrahlst, alles sehr verständlich und logisch erklärt. Sowohl bei einem Online-Workshop als auch bei einer persönlichen Schulung. Das Thema ist, wenn man jemanden hat, der es nicht komplizierter macht, als es ist, eigentlich sehr einfach und logisch.

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Portrait Robert Richter

Robert Richter
Luftrecht-Nerd | Mentor | Audit-Routinier

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